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Die Grundlagen des Anbaus von Autoflowers im Freien: Vom Samen bis zur Ernte

  • Jul 16th 2026
    7 mins read
Cultivation
Growing

Wenn der Frühling in vollem Gange ist, freuen sich viele Gärtner auf den Mai – einen Monat, der von den letzten Frösten geprägt ist und eine ideale Zeit für den Beginn der Aussaat darstellt. Unter den vielfältigen Cannabis-Sorten eignen sich Autoflowering-Sorten besonders gut für diesen Zeitraum. Im Gegensatz zu photoperiodischen Sorten, die erst bei einem bestimmten Lichtzyklus in die Blüte gehen, beginnen Autoflowers ganz von selbst zu blühen, unabhängig von der täglichen Lichtdauer. Stattdessen richtet sich der Übergang von der Wachstums- in die Blütephase ausschließlich nach dem Alter der Pflanze. 

Genau diese Eigenschaft macht Autoflowers besonders unkompliziert im Anbau und  sind dadurch ideal für Einsteiger und für alle, die innerhalb einer Saison mehrere Ernten einfahren möchten. 

Warum sollte man Autoflowers im Mai pflanzen? 

Das Pflanzen von Autoflowers im Mai passt perfekt zu ihren Wachstumsanforderungen und natürlichen Zyklen. Nachdem die Frostgefahr vorüber ist, hat sich die Bodentemperatur ausreichend erhöht, um eine optimale Keimung und Wurzelentwicklung zu fördern. Wenn du Autoflowers direkt in den Boden oder in ein „Forever-Topf“ pflanzt, gewährleistest du eine stabile Umgebung, die ein gesundes Wachstum begünstigt, da diese Pflanzen unter gleichbleibenden Bedingungen ohne Umpflanzen gedeihen. 

junges Auto im Topf

Da die meisten Autoflower-Sorten 75–100 Tage vom Samen bis zur Ernte benötigen, kannst du durch den Start deiner Autoflowers im Mai mehrere Ernten im Freien sicherstellen. Deshalb bieten wir den ganzen Monat über Sonderangebote für Autoflower-Sorten an. Das ist besonders praktisch, wenn dir nur wenig Anbaufläche zur Verfügung steht. Säst du deine Autoflowers im Mai aus, kannst du sie bereits im Juli oder August ernten. Anschließend hast du noch genug Zeit für eine zweite Runde – entweder mit weiteren Autoflowers oder mit photoperiodischen Pflanzen, die bei einer Aussaat Ende Juli oder im August kurz darauf in die Blüte gehen. So kannst du deine Outdoor-Saison optimal nutzen und den Grow bis spätestens Oktober abschließen. 

Wenn du in einer Region mit gemäßigtem Klima lebst, in der du das ganze Jahr über gärtnern kannst, kannst du auch im Winter weiterhin Autoflowers pflanzen, ohne dir Gedanken über die Lichtdauer machen zu müssen. Autoflowers ermöglichen es Growern in warmen Regionen, ihr Cannabis im Freien ganzjährig anzubauen. 

Stressreaktionen bei Autoflowers verstehen 

Autoflowers sind dafür bekannt, dass sie unabhängig vom Lichtzyklus blühen, aber sie sind auch anfällig für Stress, wenn sie nicht richtig gepflegt werden. Einer der häufigsten Stressfaktoren für diese Pflanzen ist der Schock beim umpflanzen. Im Gegensatz zu regulären Cannabissorten erholen sich Autoflowers nur schlecht von Störungen ihres Wurzelsystems. Aufgrund dieser Empfindlichkeit ist es entscheidend, sie in einen ausreichend großen Topf oder an einen Standort im Garten zu pflanzen, an dem sie ihren gesamten Lebenszyklus verbringen können.  

Sämling in Erde

Ziehst du deine Autoflowers direkt an ihrem endgültigen Standort auf, wachsen sie von Anfang an unter natürlichen Outdoor-Bedingungen. Das ist ideal, da sich Sämlinge von Beginn an an Sonne, Wind und das Klima gewöhnen können. 

Wichtig ist nur, dass die Nachttemperaturen nicht zu niedrig werden. Solange sie über etwa 5 °C liegen, entwickeln sich die jungen Pflanzen in der Regel problemlos. Möchtest du den Boden zusätzlich etwas wärmer halten, kannst du sie auch direkt ins Erdreich pflanzen oder ein Gewächshaus beziehungsweise ein Frühbeet nutzen. 

Autoflowers pflanzen: Erde und Vorbereitung 

Wenn du Autoflowers in Töpfen anbaust, solltest du ihnen von Anfang an ausreichend Platz geben. Je größer der Topf, desto besser können sich die Wurzeln entwickeln – und genau das wirkt sich direkt auf das Wachstum und den Ertrag aus. Oder anders gesagt: Je größer das Wurzelsystem, desto kräftiger die Pflanze und desto besser die Ernte. 

Achte außerdem auf ein lockeres, nährstoffreiches Substrat mit guter Drainage. So können überschüssiges Wasser und Staunässe vermieden werden, wodurch die Wurzeln optimal mit Sauerstoff versorgt werden und gesund wachsen können. Ein ausgewogener, leicht saurer bis neutraler pH-Wert (etwa 6,0–7,0) ist ideal. Da Autoflowers einen kompakten Lebenszyklus haben und ihren Weg vom Samen bis zur Ernte oft in nur 8–10 Wochen zurücklegen, ist es entscheidend, ihre Umgebung für eine schnelle Entwicklung zu optimieren. 

Du kannst deine Erde entweder selbst mischen und mit einem organischen Dünger anreichern oder direkt auf hochwertige, vorgedüngte Pflanzerde zurückgreifen. Die meisten Bio-Erden unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung nur geringfügig, sodass es meist keine Rolle spielt, für welche Marke du dich entscheidest. 

Topfpflanzen

Auf Kompost aus Grünabfällen solltest du hingegen möglichst verzichten. Dieser wird häufig aus Gartenabfällen hergestellt, bei denen nicht nachvollziehbar ist, welche Pflanzenschutzmittel oder anderen Chemikalien zuvor eingesetzt wurden. Für Zierpflanzen ist das in der Regel unproblematisch, für essbare Pflanzen oder Heilpflanzen empfiehlt sich jedoch eine hochwertige, kontrollierte Bio-Erde. 

Autoflowers solltest du nicht von Anfang an mit zu vielen Nährstoffen versorgen. Eine bewährte Faustregel aus dem organischen Anbau lautet: Etwa 4 Liter vorgedüngte Erde versorgen eine photoperiodische Pflanze für rund einen Monat im vegitativen Wachstum. Diese Orientierung hilft dabei, die Erde nicht unnötig stark aufzudüngen. 

Da Autoflowers jedoch deutlich schneller in die Blüte gehen als photoperiodische Sorten, benötigen sie bereits wenige Wochen nach der Keimung zusätzliche Nährstoffe. Je nach Anbaumethode kannst du sie dann regelmäßig mit organischen Flüssigdüngern oder Nährstofftees versorgen. 

Verwendest du bereits stark vorgedüngte Erde oder organische Trockendünger, reicht oft ein einfacher Komposttee aus. Er liefert nützliche Mikroorganismen und Enzyme, die dabei helfen, die im Boden gebundenen Nährstoffe verfügbar zu machen.  

Eine Zutat, die sich besonders gut für organische Nährstofftees eignet, ist Gerstenmalz bzw. gemälzte Gerste. Dabei handelt es sich um bereits angekeimte und anschließend getrocknete Gerste, die aufgrund des Keimprozesses besonders reich an natürlichen Enzymen ist und in vielen Brauerei- oder Gartenfachgeschäften erhältlich ist. 

Gerstenmalz enthält unter anderem Enzyme wie Amylase und Phosphatase. Diese helfen dabei, organische Kohlenstoff- und Phosphorverbindungen im Boden aufzuschließen, sodass die enthaltenen Nährstoffe für die Pflanze leichter verfügbar werden. Dadurch wird das Bodenleben gefördert und die Nährstoffaufnahme auf natürliche Weise verbessert. 

Gerstenmalz
Gerstenmalz enthält viele Enzyme 

Rezept für Enzymtee  

  • 4l Wasser 
  • 1 EL gekeimtes Saatgut nach Wahl  
  • 1 Tasse Kompost  
  • ½ TL  Kaliumsilikat  
  • ¼ Teelöffel  Aloe  
  • ½ Teelöffel Fulvosäure 
  • ½ Teelöffel löslicher Seetangextrakt 
  • 1/18 Teelöffel Yucca 

Optional 

  • ½ Tasse Luzerne- oder Knochenmehl, je nach Vegetations- oder Blütephase. 

Vermische zunächst die gemahlenen oder zerkleinerten Samen zusammen mit etwas Kompost in einem feinmaschigen Beutel oder Sieb. Je nach Wachstumsphase kannst du zusätzlich Luzernenmehl (Wachstumsphase) oder Knochenmehl (Blütephase) hinzufügen. 

Lege die Mischung anschließend in ein Wasserreservoir und belüfte sie mithilfe von Luftsteinen für 4 bis 12 Stunden. Länger als 24 Stunden solltest du den Tee jedoch nicht ziehen lassen, da sich sonst Milchsäure bilden kann. Ein gut gelungener Komposttee riecht angenehm süßlich und leicht nach frischem Teig – keinesfalls sauer oder faulig. 

Weitere Zusätze gibst du am besten nach und nach hinzu. Beginne mit Kaliumsilikat und warte, bis es sich vollständig aufgelöst hat, bevor du die nächsten Zutaten einrührst. Yucca-Extrakt solltest du immer zuletzt hinzufügen, da die enthaltenen Saponine für starke Schaumbildung sorgen. 

Die Kombination dieser Zutaten unterstützt das Bodenleben und hilft dabei, bereits vorhandene Nährstoffe im Substrat besser verfügbar zu machen. Gleichzeitig fördern Inhaltsstoffe wie Yucca, Fulvosäure und Seetang die Aufnahme von Mineralstoffen und liefern natürliche Pflanzenhormone, die das Wachstum sowie die Widerstandskraft stärken. 

Außerdem können sie die Aktivität der Superoxiddismutase (SOD) erhöhen – eines der wichtigsten antioxidativen Enzyme in Pflanzen. Es hilft dabei, Stress durch Hitze, Trockenheit, Umpflanzen oder Schädlingsbefall besser zu verkraften und sorgt so für gesündere und widerstandsfähigere Pflanzen. 

Autoflowers glücklich und gesund halten 

Der Schlüssel zu gesunden und ertragreichen Autoflowers ist eine möglichst konstante Umgebung. Mit diesen drei Punkten schaffst du die besten Voraussetzungen: 

Bewässerung: Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe. Autoflowers mögen eine konstante Wasserversorgung und profitieren besonders von gut durchlässigem Substrat. Lieber regelmäßig kleinere Mengen gießen als selten und dafür zu viel.  

Düngung: Starte mit einer eher schwachen Nährstofflösung, da Autoflowers empfindlicher auf Überdüngung reagieren als photoperiodische Sorten. Steigere die Düngermenge erst nach und nach, wenn die Pflanzen größer werden. Ein ausgewogener Dünger mit allen wichtigen Makro- und Mikronährstoffen sorgt für ein gesundes Wachstum.  

Licht: Autoflowers sind zwar nicht auf einen bestimmten Lichtzyklus angewiesen, benötigen aber möglichst viel Licht, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Im Outdoor-Grow solltest du deshalb einen Standort wählen, der den ganzen Tag über möglichst viel direkte Sonneneinstrahlung erhält 

Manuelles Gießen
Erde für Autoflowers leicht gießen 

Überwachung und Anpassungen 

Kontrolliere deine Pflanzen am besten täglich. Autoflowers wachsen sehr schnell – deshalb können sich auch Probleme innerhalb weniger Tage deutlich verschlimmern. Achte besonders auf Anzeichen von Nährstoffmängeln oder Überdüngung, Schädlinge und Krankheiten. Entdeckst du hängende Blätter, Verfärbungen oder andere Stresssymptome, solltest du möglichst früh reagieren, um Ertrag und Qualität nicht zu beeinträchtigen. 

Ebenso wichtig ist ein gutes Integrated Pest Management (IPM), also ein vorbeugendes Pflanzenschutzkonzept. Alles Wissenswerte rund um IPM findest du in unserem ausführlichen Artikel oder unserem Kurs inklusive eines umfassenden Schädlingsleitfadens mit Produktempfehlungen. 

Erntezeit 

Da Autoflowers ab einem bestimmten Zeitpunkt automatisch mit der Blüte beginnen, ist es wichtig, die Anzeichen dafür zu erkennen, dass sie erntereif sind. Die Blütephase dauert in der Regel etwa 5–7 Wochen; danach sollten die Blüten ausgereift sein und die Trichome – die winzigen, kristallartigen Strukturen auf den Blüten – sollten ihre Farbe von klar zu milchig-weiß und schließlich zu bernsteinfarben verändern. Diese Veränderung deutet auf den höchsten THC-Gehalt hin und ist im Allgemeinen der beste Zeitpunkt für die Ernte. 

Bernsteinfarbene Trichome

Der Anbau von Autoflowers lohnt sich besonders für alle, die nur wenig Zeit oder begrenzten Platz zur Verfügung haben. Wer die besonderen Eigenschaften dieser Pflanzen kennt und ihnen vom Samen bis zur Ernte eine möglichst konstante und optimale Umgebung bietet, kann innerhalb einer Saison mehrere hochwertige Ernten einfahren. 

Mit der richtigen Planung, einer ausgewogenen Nährstoffversorgung und etwas Aufmerksamkeit sind Autoflowers eine unkomplizierte und zuverlässige Wahl – sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Grower.